Johannes Beutner




Johannes Beutner
* 1890 in Cunnersdorf
† 1960 in Dresden-Loschwitz
Unweit des Haupteingangs mit der Rampe auf der rechten Seite befindet sich die Grabstelle Beutner mit einem Rot-Meißner Granitgrabstein. Auf ihm findet man das traditionelle Wappen der Maler
Hier fand seine letzte Ruhestätte der Maler Johannes Beutner. Ein Maler der Dresdner Sezession. Einer der „kultiviertesten und entscheidend mitbestimmenden Maler Dresdens im 20. Jahrhundert“, (Fritz Löffler 1963) und der beste Aktmaler dieser Zeit (Joachim Menzhausen EHK 5/2002).
1890 in Cunnersdorf (Sächs. Schweiz) geboren, verlebte er große Teile seiner Kindheit im sächsischen Umland und ab dem sechsten Lebensjahr in Rochwitz, nahe Oberloschwitz.
Schon mit 13 Jahren wurde seine besondere Gabe des Zeichnens und Malens von Richard Müller (siehe Friedhof Loschwitz, Abteil) gefördert, welcher in Oberloschwitz wohnte. Er war bekannt für seine große Strenge und Unerbittlichkeit beim Erlernen des Malhandwerks.
Johannes Beutner erlangte durch diesen Unterricht solch ein Können, dass Richard Müller eine Sonderaufnahmeprüfung an der Kunstakademie für ihn erwirkte.
Mit nur 15 Jahren wurde Beutner nun jüngster Schüler, welcher besonders von Robert Sterl (Dresdner Sezession) intensiv und väterlich betreut wurde. Finanzielle Schwierigkeiten der Familie Beutner führten zum Abbruch seiner Ausbildung an der Akademie. Er wurde beurlaubt, da seine Lehrer sein großes Talent erkannt hatten und auf eine Fortführung des Studiums hofften.
Beutner ging in die Lehre als Chemograph und Farbenätzer, welche er erfolgreich abschloss und darin auch weiterarbeitete. Es folgten verschiedene Stationen in diesem Beruf, in welchem er sein Farbempfinden nachhaltig und intensiv weiter schulen konnte. 1915 – 1918 wurde er als Soldat in den 1. Weltkrieg einberufen.
Erst 1920 nahm er sein Studium an der Dresdner Kunstakademie wieder auf. Zuerst bei Otto Hettner, dann als Meisterschüler von Ludwig von Hofmann (Friedhof Hosterwitz).
1922 wurde Beutner erstmalig in einer Galerie ausgestellt und löste damit große Aufmerksamkeit aus.
Mit der Entwicklung der neuen Sachlichkeit (1925) verbunden sind Beutners Werke. Trotz Ausstellungen und Verkäufe waren es dennoch finanziell angespannte Zeiten.
Beutners Bemühungen um ein Staatsstipendium der Deutschen Akademie in Rom erfüllt sich 1932.
Seit 1932 gehörte er zu den „Die aufrechten Sieben“ (gemeinsam mit seinem engen Freund Karl Kröner (Friedhof Loschwitz), Hans Jüchser (Friedhof Loschwitz), Paul Wilhelm, Otto Griebel (Friedhof Loschwitz), Fritz Winkler und Erich Fraaß. Eine Gruppe, welche nicht nur künstlerisch eng verbunden durch die Zeiten ging.
Nach dem 1936 ein Bild von Beutner als Entartete Kunst gebrandmarkt wurde, begann eine schwierige Zeit für ihn. Er arbeite unverdrossen in verschiedenen Berufen, um für seine Familie und sich zu sorgen. Bei dem Angriff auf Dresden 1945 verlor er fast sein gesamtes bisheriges Lebenswerk.
1945 begann Beutner in leuchtenden Farben Heimat und Umfeld zu malen. Seine Aktzeichnungen und -Bilder waren und sind unvergleichlich und einmalig in ihrer Ausstrahlung und Sinnlichkeit. Sie zeigen seine große Verehrung und Liebe zu seiner 2. Ehefrau Hilda, welche gleichzeitig seine größte Inspiration und lebenslange Muße wurde. Die Zeichnungen von seinen Kindern berühren bis heute sehr.
Beutners anfängliche Euphorie rund um die Mitgestaltung des Landes nach dem 2. Weltkrieg wich bald großer Ernüchterung. Seine Kunst wurde vom neuen sozialistischen System ideologisch nicht fortschrittlich und politisch genug eingeschätzt. Er wurde erneut ausgegrenzt.
Durch glückliche Umstände kam es zu einer längeren Zusammenarbeit mit den Deutschen Werkstätten Hellerau. Mit s.g. Baugebundener Wand-Gestaltung, z.B. das Intarsien-Glasmosaik an der Säule im ehemaligen Cafe Prag am Dresdner Altmarkt oder das Sgraffito an der Technischen Hochschule für Chemie in Dresden (Zellscher Weg), verdiente es sich seinen Unterhalt. Jedoch am meisten am Herzen lag ihm die Malerei seiner Heimat.
Unzählige Bilder und Zeichnungen schuf Johannes Beutner ungeachtet der äußeren Umstände bis zu seinem Tod 1960.
Quellen: Johannes Beutner, Leben und Werk 2009, Sandstein Verlag
Joachim Menzhausen, Artikel im Elbhangkurier 5-2000
Fritz Löffler