Otto Griebel



Otto Griebel, Sohn eines Tapeziermeisters, begann 1909 eine Lehre zum Dekorationsmaler, wechselte bald an die königliche Zeichenschule in Dresden, wo er auf Otto Dix traf und studierte schließlich Glasmalerei an der Kunstgewerbeschule Dresden. Hier malte er schon erste Ölbilder, wurde allerdings 1915 zum Kriegsdienst einberufen. In Erfahrung der Kriegserlebnisse wurde er, wie einige seiner Künstlerkollegen Mitglied der KPD. Von 1919 bis 1922 war er Meisterschüler von Robert Sterl und lernte auch Oskar Kokoschka kennen. Als Mitglied der Dresdener DADA-Gruppe befreundete er sich mit Georg Grosz und John Heartfield, war bei der ASSO, der Künstlergruppe Aktion und den verschiedenen Dresdener Sessionen bis 1932. Seine Kreise zogen sich bis Berlin, Düsseldorf und Bielefeld. Mit Dix und Felixmüller war er ein Pionier der Neuen Sachlichkeit in Dresden. Seine Bildmotive waren Milieustudien und Arbeiterporträts, er betrieb künstlerisch ein aggressives Infragestellen der Normen der bürgerlichen Gesellschaft und die Lust an der schonungslosen Obduktion der Zeitverhältnisse im Bild. Er geriet damit wie so viele seiner Malerkollegen 1933 ins Fadenkreuz der Nationalsozialisten, sein Werk wurde als entartet verfemt und teilweise vernichtet und er sogar von der Gestapo verhaftet. Er wurde Mitglied der „Aufrechten Sieben“, einer losen Künstlerverbindung, der auch Erich Fraaß, Karl Kröner, Johannes Beutner ( ), Hans Jüchser, Wilhelm Lachnit und Josef Hegenbarth ( ) angehörten. In den Bombennächten im Februar 1945 wurde ein Großteil seines Werkes zerstört. Nach dem Krieg beteiligte er sich noch an einigen großen Ausstellungen teil und war bis 1960 Lehrkraft an der Hochschule für bildende Künste.
Quellen: Neue Sachlichkeit in Dresden, Wikipedia
Otto Griebel
* 31.05.1895 in Meerane/Sachsen
† 07.06.1972 in Dresden