Wilhelm Lachnit

Mädchen im Pelz
Der traurige Frühling
Der Tod von Dresden

Wilhelm Lachnit

* 12.11.1899 in Gittersee bei Dresden
† 14.11.1962 in Dresden- Loschwitz

Über Wilhelm Lachnits Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Während seiner Dekorationsmalerlehre von 1914 – 1918 in Dresden besuchte er Abendkurse an der Kunstgewerbeschule Dresden. Der Maler Georg Oehme gab ihm spätimpressionistische Impulse. Nach dem 1. Weltkrieg schuf die Dresdener Kunstakademie Freistellen für mittellose begabte Studenten und Wilhelm Lachnit wurde 1921 sofort in den Hauptkurs von Prof. Richard Dreher aufgenommen.  Dort wuchs er künstlerisch und auch weltanschaulich unter dem Einfluss von Freunden und Kommilitonen wie Otto Dix, Otto Griebel und Konrad Felixmüller in den sich entwickelnden Verismus hinein, probierte sich aber auch in Mischtechnik und altmeisterlicher Lasurmalerei (Mädchen im Pelz, Foto) aus. Nach diesem großen Erfolg auf der Internationalen Kunstausstellung  Dresden 1926 beschäftigte er sich vorrangig mit Bildnis- und Porträtmalerei. 1929 Gründungsmitglied der ASSO, schloss er sich mit einigen Dresdner Künstlern 1930 zur Gruppe Aktion und schließlich 1932 zur „Dresdener Session“ mit anderen linken Malerkollegen zusammen. Im Unterschied beispielsweise zu Otto Griebels „Lust am Üblen und Gemeinen…“ hob die zeitgenössische Kritik (DNN 19.09.1925) bei Lachnit hervor, sei er „begnadet mit der Gabe, die Dinge lieben zu können“. Zur Machtergreifung der Nazionalsozialisten malte er das Bild „Der traurige Frühling“ 1933. Bald als entartet verfemt, erhielt er Ausstellungsverbot, wurde sogar kurz von der Gestapo inhaftiert und schlug sich mit Gelegenheitsjobs als Ausstellungsgestalter durch bis zu seinem Kriegsdienst 1945. Im Bombenhagel vom 13. Februar wurde Atelier und ein Großteil seiner Arbeiten vernichtet. Im Eindruck der Zerstörung Dresdens entstand sein bedeutendes Nachkriegswerk „Der Tod von Dresden“. Von 1947 – 1954 erhielt er eine Professur an der Dresdener Hochschule für Bildende Künste in Dresden, dort wegen seiner Reserviertheit gegenüber dem Sozialistischen Realismus und dem Festhalten an den bewährten Maltraditionen nicht wohl gelitten und schließlich entlassen, war er fortan freischaffend, pflegte Malerfreundschaften mit Hans Theo Richter ( ) und Josef Hegenbart und leitete die Künstlergemeinschaft „Kleine Akademie“. 1956 unternahm er noch mit dem Freund Karl Kröner eine Studienreise nach Italien. Er starb am 14.11.1962 an einem Herzinfarkt.

Quellen: Maler und Werk – Friedegund Weidemann, Neue Sachlichkeit in Dresden